Pfalzakademie

Zwischen Titel-Bildern und Schlagzeilen...

Mit "Kanzler-Mörder gesucht: Freiwillige vor!" oder "Joschka zu fett für Wahlkampf" betiteln große deutsche Zeitungen den Bundestagswahlkampf, der mehr oder minder seit Ende Mai geführt wird. Mal plakativ, mal sachlich nüchtern, präsentieren sie auf ihren Titelseiten die Themen dieser Wahl. Gerade in der Gesamtschau unterschiedlicher Titelbilder und Schlagzeilen, die zurzeit in der Pfalzakademie in Lambrecht zu sehen ist, drängt sich die Frage nach dem Verhältnis zwischen Medien und Politik geradezu auf. Machen die Politikerinnen und Politiker die Titel-Bilder und Schlag-Zeilen oder machen die Schlagzeilen Politik?

Bis zum Wahlabend wächst in der Pfalzakademie eine Ausstellung, die nicht nur eine Chronologie der Wahlthemen widerspiegelt. Allein die unterschiedliche Auswahl und Aufbereitung der Themen durch die Redaktionen namhafter Zeitungen lassen unterschiedliche Blickwinkel und Perspektiven deutlich werden. Dabei speist sich der Reiz der Ausstellung aus diesem Spannungsfeld. So mag es beispielhaft in allen Zeitungen um Angela Merkel als erste Kanzlerkandidatin gehen. Doch die in Titelzeilen gegossenen Sichtweisen unterscheiden sich. Während die einen die Frage "Apokalypse Frau?" stellen, halten die anderen fest an dem Bild "Ich will Deutschland dienen". Während die einen feststellt: "Durchbruch für deutsches Linksbündnis", fragen die anderen: "Macht Oskar Merkel alles kaputt?".
Die Ausstellung, die Uwe Straß, pädagogischer Mitarbeiter der Pfalzakademie, konzipiert hat, ist montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr zu sehen. Am Abend der Wahl mündet sie dann in eine Wahlparty. Dabei stimmen die beiden Pfalztheater-Schauspieler Hannelore Bähr und Rainer Furch die Besucher mit dem Motto "Die Wahl der Qual" auf den Wahlausgang ein.
Zwischen Titel-Bildern und Schlagzeilen....

Eine Ausstellung mit ausgewählten Titelseiten und Titel-Schlagzeilen, 

die nicht nur eine Chronologie der wichtigsten Ereignisse und Diskussionen widerspiegeln sondern auch die Frage
nach dem Verhältnis zwischen Politik und Medien stellt.
Machen die Politiker/innen die Titel-Bilder und die Schlag-Zeilen,
oder machen die Titel-Bilder und Schlag-Zeilen Politik?
Wie beeinflussen Titelbilder und Schlagzeilen unsere Blickwinkel und Fragen? Wie bild-en Medien unsere Meinung?


Die Ausstellung wäre ohne die Arbeit unseres Hausmeisters Hr. Graetz und des Zivildienstleistenden Hr. Ziener nicht realisibar gewesen. Außerdem wurden wir unterstützt durch Frau Rutz und Herrn Hasselbeck, die uns ihre Zeitungen zur Verfügung stelleten.
Konzeption und Auswahl der Objekte: Uwe Straß


Ausstellung
In welcher Beziehung
stehen die Medien zur Politik und umgekehrt?


Ausstellung

Drei Zitate - drei Paradigmen
zum Zusammenhang von Medien und Politik

aus „Einführung in die Medienwissenschaft“, Werner Faulstich, München 2002, S. 230ff.


1. Autonomie der Medien bzw. der Politik
„Der gewählte Politiker wird von ´draußen´ in den Blick genommen und in seinen allgemeinwohlorientierten Handeln kontinuierlich überprüft. Der Medienjournalist versteht sich dabei als Sachverwalter und Stellvertreter des Bürgers ´auf der Straße´ ... Gleichwohl muß ein gewisser Grad an Unabhängigkeit der Medien gegenüber dem politischen System nach wie vor angenommen werden.“

2.Instrumentalisierung der Medien durch die Politik
„Politiker können immer weniger auf Loyalität und Vertrauen der Bürger bauen, die Parteien selbst finden immer weniger Wähler. Deshalb sucht die Politik, zunehmend Einfluss auf die Medien zu nehmen. ... bis zu Strategien der Selbstinszenierung und mediengerechten Vermarktung mithilfe persönlicher Berater und PR-Strategen. ...Politische Macht baut immer stärker auf Medieneinfluss und immer weniger auf demokratische Legitimierung.“

3. Wechselseitige Abhängigkeit von Medien und Politik
„Politiker und politische Institutionen können sich praktisch nur noch über die Medien an ihre Wähler...wenden. Zugleich sind die Medien keine mehr oder weniger neutralen Vermittler von politischen Fragen und Lösungsvorschlägen mehr, sondern sie ´machen´ selbst schon Politik – schon dadurch, dass sie den Rahmen der Thematisierung politischer Fragen vorgeben, Einzelthemen selektieren oder ausgrenzen ...Im Endeffekt sei Politik nichts weiter als ´Ereignismanagement´, eine gigantische Medienshow;...“



Titel-Bilder und Schlag-Zeilen großer deutscher Zeitungen, hier finden Sie die Links zu den Internet-Auftritten der in der Ausstellung berücksichtigten Zeitungen

Photo Ausstellung
http://www.rheinpfalz.de/
http://www.morgenweb.de/mm/index.html
http://www.frankfurter-rundschau.de/
http://www.faz.net/s/homepage.html
http://www.welt.de/
http://www.bild.t-online.de/BTO/index.html
http://www.taz.de/pt/.nf/home
http://www.zeit.de/


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